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Jochen Kitzbihler Bildhauer 1966 in
Ludwigshafen/Rhein geboren; 1985 bis 1987
Ausbildung zum Steinbildhauer; 1989 bis 1995 Studium
bei Prof. Hiromi Akiyama an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste,
Karlsruhe; 1995 Abschluß mit
Diplom sowie Meisterschüler; Lebt und arbeitet in
Freiburg im Breisgau Jochen Kitzbihler stellt
Bezüge her. Material, Raum und Zeit sind seine wichtigsten Arbeitsgrundlagen.
(...) Eine Plastik ist für den
Künstler eine Position, eine Station im Raum. Sie muss in jeder Situation neu
hinterfragt und gestaltet werden. Anders als bei großformatigen Steinarbeiten
oft üblich, betrachtet Kitzbihler seine Werke nicht als einmalige Setzungen
und deshalb auch nicht als etwas Endgültiges. Obgleich er mit seinen
voluminösen und gewichtigen Steinen im schieren Gegensatz zu den
feingliedrigen Plastiken Lissitzkys steht, nähert sich seine Haltung dessen
Verständnis von Skulptur als einem Prozess des Werdens. Manche von
Kitzbihlers Plastiken wirken - auch wenn sie durch den musealen Raum als
fertig Gedachte definiert werden - so, als seien sie gerade im Entstehen
begriffen. (...) Vielleicht trifft der Künstler in der nächsten Raumsituation
eine andere Entscheidung. Eine Wertigkeit zwischen rohen, in feinen
Farbnuancen patinierten und geschnittenen Seiten oder solchen mit bzw. ohne
Bohr- oder Markierungsspuren legt er jedenfalls nicht fest. Arbeitsspuren
werden ebenso sichtbar belassen wie Alterungsprozesse, 0xydation und
Beschädigungen, die mehr oder weniger absichtslos den Stein auch als
verwundbar zeigen. (...) Eine eigentümlich stille Kontinuität wird spürbar.
Kitzbihler bedient sich weitestgehend einer minimalistischen Formensprache.
Er arbeitet mit den Eigenheiten des Materials und bringt sie durch geringe
Eingriffe in besonderer Weise zur Geltung. (...) Drehen, wenden, kippen - die
Ebenen kommen in Bewegung. Ursache und Wirkung bleiben in diesem Prozess
offen. Richtig und falsch entfallen als Kriterien. Vielmehr entsteht ein
Spannungsfeld, in dem die Relativität als eine der Grundbedingungen des
Werkes von Jochen Kitzbihler deutlich wird. (...) Wie früher die Menhire und
die Obelisken vermitteln seine Arbeiten eine räumlich-sinnliche Erfahrung und
definieren wie diese, Räume der Ruhe und der Stille, in denen Geistigkeit
sich entfalten kann. Britta E. Buhlmann, in
"Schnittstellen", Pfalzgalerie Kaiserslautern |
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